Die Rumba Gefühl pur


Rumba





Ich gehöre zu denjenigen Tänzern, die wann immer in der Tanzschule eine Rumba gespielt wird auf die Tanzfläche müssen. Auch wenn man vor allem den Frauen nachsagt, das gerade Rumba, als ?Tanz der Liebe? genau ihr Ding ist, kann ich zu Sting, Phil Collins oder Tony Braxton einfach nicht die Füße stillhalten. Ich glaube es ist diese emotionale Seite der Rumba, die viel ausmacht. Es ist dieses Feuer, vielleicht ein bisschen die animalische Seite, die die brave Welt des Langsamen Walzers zum Beispiel nicht mit einschließt. In einer Endrunde stoppte unser Trainer einmal in der Rumba abrupt die Musik und kritisierte, dass der Funke irgendwie weder zwischen uns noch zu ihm überspringt. Wir sollten uns Farben für die Rumba überlegen und kennzeichnen warum wir gerade diese Farbnuancen ausgewählt haben. Ich glaube am besten kann man Rumba mit Tiefrot und Tiefschwarz wiedergeben. Es bewegt sich irgendwo zwischen der großen Liebe und dem großen Drama. Wenn man Rumba schematisch beschreiben müsste fallen einem direkt die Ähnlichkeiten zu einer Liebesbeziehung ins Auge. Zuerst will der Mann die Frau unbedingt wird aber abgelehnt, danach die Frau den Mann, wird aber zurückgewiesen, und schließlich kriegen sie sich doch. Gutes Rumba Tanzen heißt also: Eine manchmal eine ganze Lebensspanne betreffende Beziehung mit Höhen und Tiefen zweier Menschen in vielleicht 2 Minuten zu zeigen.Wann immer ich dieses Knistern und dieses Hin und Her auf der Fläche sehe, ergreift mich das auch sofort emotional. Entstanden ist Rumba auf Kuba und war ursprünglich ein Sammelbegriff für verschiedene Tänze mit ungefähr gleichen Rhythmen. Rumba bedeutet eigentlich erstmal Fest oder Tanz und beinhaltet damit noch lange nicht dieses Spiel aus Hingabe und Flucht, das sich in der Geschichte dieses Tanzes entwickelte. Die Interpretation der Rumba mit vielen Emotionen war aber auch auf Kuba schon angelegt, erregte aber in den 50iger Jahren in Deutschland Anstoß. Die hier extrem empfundene Bewegung der Hüfte und der damit verbundene völlig andere Bewegungsablauf, der aus den Standardtänzen gar nicht bekannt war, wirkten zunächst fremd und irgendwie anrüchig. Doch besonders die Aufnahme in die Turniertänze und die immer stärker werdende Interpretation melodiöser Europäischer Musik machten den Siegeszug der Rumba unausweichlich. Heute wird Rumba sowohl zu sehr rhythmus- und trommellastigen Songs, wie auch zu sehr melodielastigen Titeln, aber immer im 4/4 Takt, getanzt. Worauf man(n) immer achten sollte, dass Rumba auf 2 beginnt und die Betonung auf der 1 liegt. Dann kann man auch ohne Probleme zu der Geschichte einer jeden Rumba wechseln und sich dem Miteinander, Auseinander, Zueinander zuwenden. Ich für meinen Teil freue mich schon auf die nächste Rumba und ?meine? nächste Geschichte. Bis dahin heißt es: Get the Flair.





Sebastian Foppe


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KW 35 - Sonntag, 05. September 2010