Samba


Die Frage aller Fragen?

Das erste Problem, das sich bei der Samba stellt, ist das Geschlecht des Tanzes. Heißt es DIE oder DER Samba oder müssen wir gar DAS sagen, um nicht in unserer ersten Stunde direkt als Laie erkannt zu werden, wenn wir danach fragen, ob Samba auch Kursinhalt ist???

Als ich mich auf die Fährte machte, die Geschichte, typische Elemente und Eigenheiten aller Tänze herauszuarbeiten, stieß ich direkt bei meinen ersten Recherchen zum ersten Tanz auf Fragen, die mit dem Tanz an sich nichts zu tun haben. Haben Sie sich schon einmal gefragt welches Geschlecht die/der/das Samba überhaupt hat? Das ist eine tiefgreifende Frage, die uns schon in unserer ersten Stunde als absoluten Laien entlarven kann, wenn wir fragen, ob denn Samba auch zu unserem Kursprogramm gehört. Ein kleiner Blick ins Wörterbuch hilft mir weiter: Erstaunlicherweise kann man, was selbst viele Profitänzer nicht wissen, sowohl DER als auch DIE Samba sagen. Naja, viel weiter hilft uns das bei der Biographie des Kindes nicht, wenn wir nicht einmal wissen, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Aber DIE oder auch DER Samba hat auch glasklar belegbare Eigenheiten, die diesen Tanz von den anderen abgrenzt.

Samba ist der vielfältigste Tanz unter den Lateinern. Den Variationen in Figuren und rhythmischen Interpretationen sind fast keine Grenze gesetzt. Ursprünglich stammt Samba von den Bantu- Stämmen (Anglo-Amerikas) und entwickelte sich erst in Brasilien zu seiner kommerziellen Form, die alle Welt aus dem Karneval kennt. Neben den regelrechten Wettkämpfen, die sich die Samba-Schulen jedes Jahr in Rio de Janeiro liefern (und die uns vor allem durch die feurigen, zumeist leicht bekleideten Tänzerinnen bekannt sind), ist Samba nach dem Krieg auch nach Europa geschwappt.

Man begegnete der Samba aber zunächst nicht mit Ekstase, den Pfennigabsätzen und dem Bananenrock, sondern passte den Tanz der Kultur der 50-iger mit Frack und Ballkleid an. Immer mehr bahnte sich die Samba hier ihren eigenen Weg und mit Einflüssen aus Ballett, den Lockerungen in der Gesellschaft, sowie der Professionalisierung im Tanzsport, entwickelte sich Samba zu einem beliebten Tanz für Jedermann. Heute wie früher wird Samba im 2/4 Takt mit leicht wippenden Knien und der typischen Bounceaktion getanzt. Es haben sich aber auch viele Figuren entwickelt, die sich flach, aber immer sehr rhythmisch und mit viel Körpereinsatz tanzen lassen. Dazu gehören die typischen Sambarollen. Samba ist anders, als ChaCha und Rumba, ein Kreistanz in dem man sich gegen den Uhrzeigersinn durch den Raum bewegt.



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KW 35 - Sonntag, 05. September 2010